Ausstellung: Wald und Raum

Falkenburg - Beim Blick auf die Linoldrucke von Elsbeth Cochius kam Hartmut Berlinicke ins Schwärmen. „Man ist im Wald“, wenn man vor den großformatigen Bildern von Birken, Buchen oder Douglasien steht, findet der Wildeshauser Künstler und Galerist. Da werde keine Utopie inszeniert – was die Holländerin darstelle, sei authentisch. Ab Freitag, 7. Oktober, sind die Wälder und auch einige ihrer Bewohner im Lutherstift zu sehen: bei der Ausstellung „Wald und Raum“.Dass die Ausstellung zum Jahr des Waldes ein Gemeinschaftswerk ist, war am Montag bereits beim Antransport der Bilder zu erkennen. Da packten neben Berlinicke (der die Bilder im September in seiner Galerie in Wildeshausen gezeigt hatte) und Lutherstift-Geschäftsführerin Dr. Edith Aschenbrenner auch Folker von Hagen (Umweltstiftung Weser-Ems), Rainer Städing (Pressesprecher bei den Landesforsten) und Gerold Sprung (Hasbruchfreunde) mit an.Durch einen Künstler aus Rotterdam sei er auf Elsbeth Cochius aufmerksam gemacht worden, berichtete Berlinicke. Die Künstlerin sei mitten im Wald aufgewachsen, sie „kennt jede Pflanze, jedes Tier“. Kunst sei für sie „wie eine Droge“. Auf hartem Linoleum sitzend, halte sie Natur mit feinen Messern fest, anschließend werde „unheimlich perfekt gedruckt“. Elsbeth Cochius, Jahrgang 1951, hatte Monumental Design, Grafik & Keramik an der Akademie für Bildende Kunst in Enschede studiert. Sie beteiligt sich auch an Land Art-Kunstprojekten in ihrer niederländischen Heimat. Im Lutherstift werden 35 Arbeiten der Künstlerin gezeigt – im Speisesaal und in der Remise. Der größte Linoldruck, der einen Schwarm von Mauerseglern zeigt, sei zehn Meter lang, wusste Berlinicke. Die Ausstellung, so sagte Geschäftsführerin Dr. Edith Aschenbrenner, sei zugleich Teil eines neuen Konzeptes des Lutherstiftes. Das Haus, früher „ein sehr geschlossenes System“, wolle sich verstärkt öffnen. Unter dem Titel „Mensch – Natur – Schöpfung“ wolle man künftig Raum für ganz unterschiedliche Nutzungen bieten. So sei neben Ausstellungen beispielsweise denkbar, die Remise als Natur-Informationszentrum zu nutzen – und sie zum Ausgangspunkt für fachlich begleitete Wanderungen in den Hasbruch oder die Niederung der Welse zu machen.

Die Vernissage der Ausstellung „Wald und Raum“ findet am Freitag, 7. Oktober, von 19 bis 21 Uhr im Speisesaal des Lutherstiftes statt, auch die Künstlerin wird anwesend sein. Zum Abschluss am 28. Oktober, 19 Uhr, spricht Ludwig Stegink-Hindriks „Über die Ökologie hinter den Bildern“.

 

von Karsten Kolloge, Nordwest Zeitung